Mainz, 11. August 2026:
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen entstehen in Hessen und Rheinland-Pfalz auch aktuell noch bezahlbare und klimafreundliche Wohnungen. Das beweisen beispielhaft sechs Projekte von Mitgliedsunternehmen des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest). Bei der Sommerfachreise des Verbands machte die Delegation um Axel Gedaschko (Präsident des GdW Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen) und Dr. Axel Tausendpfund (Vorstand VdW südwest) Halt in Darmstadt, Mainz, Wiesbaden und Speyer.
Axel Gedaschko sagt: „Die Projekte der Wohnungsunternehmen im Südwesten zeigen eindrucksvoll, mit wie viel Verantwortung, Innovationskraft und Beharrlichkeit die sozial orientierte Wohnungswirtschaft bezahlbare und zukunftsfähige Quartiere schafft. Ob Neubau, Modernisierung oder die Umnutzung bestehender Gebäude: Hier entstehen konkrete Lösungen für Klimaschutz, gesellschaftlichen Zusammenhalt und lebenswerte Städte. Gleichzeitig wird vor Ort deutlich, dass engagierte Unternehmen allein die Wohnungsbaukrise nicht lösen können. Damit solche Projekte künftig wieder in größerer Zahl möglich werden, müssen Bund, Länder und Kommunen für verlässliche Förderung, weniger Bürokratie und deutlich niedrigere Baukosten sorgen. Bauen muss endlich wieder schneller, einfacher und bezahlbarer werden.“
Dr. Axel Tausendpfund unterstützt den Appell: „Alle Hebel müssen in Bewegung gesetzt werden, die Engpässe auf den Wohnungsmärkten zu beheben. Das nicht ausreichende Wohnungsangebot ist auch eine massive Job- und Wirtschaftsbremse. Wenn es nicht genügend bezahlbare Wohnungen gibt, kann es auch nicht gelingen, Arbeitskräfte zu gewinnen.“ Explodierende Baukosten, steigende Zinsen und überbordende Bürokratie sorgten dafür, dass Bauen und Modernisieren kaum noch bezahlbar sei. Deswegen gehe die Schere zwischen Angebot und Nachfrage weiter auseinander. „Umso erfreulicher ist es, dass unsere Mitgliedsunternehmen trotz der schwierigen Situation Verantwortung übernehmen. Sie bieten guten, bezahlbaren Wohnraum, tragen mit modernen Quartieren zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei und unterstützen den Klimaschutz. Und das Wichtigste: Sie geben Menschen damit ein Zuhause. Ein Zuhause, das sie sich leisten können und in dem sie sicher, nachhaltig und selbstbestimmt leben können.“
Stationen der Sommerfachreise
Die Delegation besichtigt zuerst das Ludwigshöhviertel in Darmstadt, wo die bauverein AG auf einer ehemaligen Militärfläche 1.400 Wohnungen für rund 3.100 Menschen errichtet. Besonderer Wert wird auf soziale Durchmischung gelegt. Alle Gebäude erfüllen zudem den energieeffizienten KfW-40-Standard.
Im Anschluss geht es nach Mainz, wo in der Großen Langgasse ein sechsgeschossiger Wohn- und Gebäudekomplex mit einem öffentlichen Platz entsteht. Die Wohnbau Mainz plant dort 44 Wohnungen in Kombination mit zwei bis vier Läden und einem gastronomischen Angebot.
Die dritte Station der Reise führt die Delegation zum Schönau Quartier in Wiesbaden. Dort entwickelt die GWW Wiesbaden seit 2018 ein Quartier mit 265 Mietwohnungen. Es bietet verschiedene Wohnungsgrößen für unterschiedliche Zielgruppen wie Familien, Senioren und Wohngruppen.
Station in Mainz
In Mainz informierte sich die Delegation über das Neubauprojekt der Wohnbau Mainz in der Großen Langgasse. Mitten in der Altstadt entsteht dort ein sechsgeschossiger Wohn- und Geschäftskomplex mit 44 Wohnungen, davon 16 öffentlich geförderte Wohnungen, sowie Gewerbeflächen und Gastronomie. Das Projekt steht beispielhaft für eine nachhaltige Innenentwicklung und zeigt, wie neuer Wohnraum auch in innerstädtischen Lagen geschaffen werden kann. Gleichzeitig treibt die Wohnbau Mainz zahlreiche weitere Neubau- und Modernisierungsprojekte im gesamten Stadtgebiet voran und investiert kontinuierlich in den Erhalt und die Weiterentwicklung ihres Wohnungsbestandes.
Das Projekt ist Teil einer städtebaulichen Gesamtentwicklung gemeinsam mit der Welschnonnengasse und setzt auf ein nachhaltiges sowie wirtschaftliches Gesamtkonzept. Um die Baukosten und damit langfristig auch die Wohnkosten niedrig zu halten, wurde bewusst auf den Bau einer Tiefgarage verzichtet. Stattdessen ergänzen Carsharing-Angebote, eine Fahrradverleihstation sowie die fußläufig erreichbaren Parkhäuser der Innenstadt das Mobilitätskonzept. Das Gebäude wird im energieeffizienten KfW-44-Standard errichtet und verbindet damit nachhaltiges Bauen mit bezahlbarem Wohnen.
„Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Gerade in einer wachsenden Stadt wie Mainz müssen wir jede Möglichkeit nutzen, neuen Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig unsere Bestände zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Projekte wie die Große Langgasse zeigen, dass auch auf anspruchsvollen innerstädtischen Flächen hochwertiger und lebenswerter Wohnraum entstehen kann. Dafür braucht es jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen, schnellere Genehmigungsverfahren und eine auskömmliche Förderung“, sagte Roman Becker, Geschäftsführer der Wohnbau Mainz.
„Die Große Langgasse ist weit mehr als ein Neubauprojekt. Hier entsteht ein lebendiges Stück Stadt mit Wohnraum, Gewerbe und Aufenthaltsqualität. Unser Anspruch ist es, Quartiere zu entwickeln, die ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltig funktionieren. Gleichzeitig arbeiten wir an zahlreichen weiteren Projekten in Mainz, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und unseren Beitrag zu einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung zu leisten“, so Astrid Fath, Geschäftsführerin der Wohnbau Mainz.
Die Station in Mainz verdeutlichte beispielhaft, wie kommunale Wohnungsunternehmen den Herausforderungen des Wohnungsmarktes begegnen. Mit Projekten wie der Großen Langgasse sowie zahlreichen weiteren Neubau- und Modernisierungsvorhaben leistet die Wohnbau Mainz einen wichtigen Beitrag zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums und zur nachhaltigen Entwicklung der Landeshauptstadt. Der Besuch der Delegation unterstrich zugleich die Bedeutung eines engen Austauschs zwischen Politik, Verbänden und Wohnungswirtschaft, um gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft des Wohnens zu entwickeln.