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Steckersolargeräte.

Informationen zu Steckersolargeräte für unsere Mieter

Sie möchten ein Steckersolargerät installieren? Das freut uns, und wir unterstützen Sie gerne dabei! Mit der neuen Produktnorm DIN VDE V 0126-95 gibt es nun einen einheitlichen Sicherheitsstandard, der für alle Beteiligten Klarheit schafft. Gemeinsam mit dem seit 2024 geltenden gesetzlichen Anspruch auf Genehmigung (§ 554 BGB) stehen die Zeichen auf Grün für Ihre persönliche Energiewende auf dem Balkon. Wir begleiten Sie Schritt für Schritt durch den Prozess, von der Anfrage bis zur Inbetriebnahme. Auf dieser Seite finden Sie alle Informationen, die Sie dafür brauchen.


Auf einen Blick:

Was machen die PV-Module? 

Die PV-Module wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um. Je nach Ausrichtung und Verschattung variiert die erzeugte Leistung. 

Sie bestehen aus mehreren Solarzellen, die zu einer wetterfesten Einheit verbunden sind. Die Module werden so am Balkon oder auf der Terrasse montiert, dass sie sicher befestigt sind und eine optimale Sonneneinstrahlung erhalten. 

Wichtig: Die zulässige Gesamtleistung aller Module ist durch die Produktnorm begrenzt. Der genaue Wert hängt vom Steckertyp und Wechselrichter ab. 

Was macht der Wechselrichter? 

Die PV-Module erzeugen Gleichstrom. Im Haushalt brauchen wir aber Wechselstrom, wie aus der Steckdose. Der netzgekoppelte Wechselrichter wandelt den Strom aus den Modulen so um, dass er sicher in den Wohnungsstromkreis eingespeist werden kann. 

 

Gleichzeitig überwacht der Wechselrichter wichtige Sicherheitsfunktionen. Er schaltet zum Beispiel ab, wenn kein Netz mehr vorhanden ist (z. B. bei Stromausfall), damit keine gefährlichen Spannungen anliegen. 

In der Dokumentation des Wechselrichters ist angegeben, mit welcher maximalen Leistung er betrieben werden darf und welche Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) erforderlich ist.

Wozu dient das Montagesystem? 

Das Montagesystem umfasst alle Halterungen und Befestigungsteile, mit denen die PV-Module am Balkon, an der Brüstung oder auf der Terrasse angebracht werden. Es sorgt dafür, dass die Module auch bei Wind und Wetter sicher befestigt sind. 

In der Produktnorm ist festgelegt, dass nur das vom Hersteller mitgelieferte oder eindeutig benannte Montagesystem verwendet werden darf. Dafür liegen statische Nachweise vor, etwa zu zulässigen Wind- und Schneelasten. 

Wichtig: Eigenkonstruktionen oder Bastellösungen sind nicht zulässig. Verwenden Sie ausschließlich das freigegebene Montagesystem und halten Sie sich an die Montageanleitung des Herstellers. 

Wie wird das Gerät angeschlossen? 

Die Anschlussleitung verbindet den Wechselrichter mit der Steckdose in Ihrer Wohnung. Am Ende der Leitung befindet sich die Steckvorrichtung – je nach System ein normaler Haushaltsstecker (Schuko) oder eine spezielle Energiesteckvorrichtung. 

Über diese Steckverbindung wird der erzeugte Strom in den Endstromkreis der Wohnung eingespeist. Damit dies sicher funktioniert, muss der verwendete Stromkreis für den Betrieb eines Steckersolargeräts geeignetsein und über eine passende Fehlerstrom-Schutzeinrichtung verfügen. 

Die Eignung des Endstromkreises muss vor der Installation geprüft werden. Die Produktnorm begrenzt aus Sicherheitsgründen die maximal zulässige Einspeiseleistung und den Einspeisestrom. 

Welche Inhalte muss die Dokumentation haben? 

Die mitgelieferte Dokumentation ist entscheidend für einen sicheren Aufbau, Betrieb, eine eventuelle Wartung und die Außerbetriebnahme. Sie muss alle Informationen enthalten, die zur sicheren Nutzung des Steckersolargeräts notwendig sind. 

In der Herstellerdokumentation sollten insbesondere folgende Inhalte enthalten sein: 

  • Beschreibung des bestimmungsgemäßen Gebrauchs des Geräts, 
  • Erklärung aller Aufschriften und Symbole auf dem Produkt, 
  • klar erkennbare Beschreibung von Anschlüssen, Anzeigen und Bedienelementen,
  • vollständige Bemessungs- und Umgebungsdaten (z. B. zulässige Umgebungstemperatur, Einsatzorte, Hinweise zu korrosiven Umgebungen, maximale Höhe über Meeresspiegel), 
  • Angaben zum verwendeten PV-Steckverbindertyp und dessen Hersteller für Module, Wechselrichter und weitere DC-Komponenten,
  • Angaben zur Konformität mit den relevanten Normen und Standards,
  • Name und Adresse des Herstellers oder Servicepartners für technischen Support,
  • eine verständliche Montageanleitung für alle vorgesehenen Montagearten,
  • je Montageart: zulässige Schneelast- und Windlastzonen sowie zulässige Einbauhöhen über Grund,
  • Datenblattangaben für PV-Module nach den einschlägigen PV-Sicherheitsnormen und für den Wechselrichter inklusive gültiger Einheitenzertifikate nach VDE-AR-N 4105.

Die Einhaltung dieser Dokumentationsanforderungen prüfen wir in der Regel durch eine Sichtprüfung der Unterlagen. Bitte übermitteln Sie uns alle Dokumente vollständig, idealerweise im PDF-Format.

Zusätzlich gelten folgende Anforderungen. 

Grundlagen nach DIN VDE V 0126-95 

Was sind Steckersolargeräte? 

Ein Steckersolargerät gemäß DIN VDE V 0126-95 besteht aus PV-Modul(en), einem netzgekoppelten Wechselrichter, einer Anschlussleitung mit Steckvorrichtung zum Anschluss an einen Endstromkreis sowie einem mitgelieferten oder eindeutig benannten Montagesystem. Alle Komponenten werden als zusammengehöriges System genutzt. 

Für diese Geräte gelten insbesondere folgende Anforderungen: 

  • Die maximale Scheinleistung des Geräts darf 800 VA nicht überschreiten. 
  • Der maximal zulässige Einspeisestrom in den Endstromkreis beträgt 3,5 A. 

 

  • Die Summe der PV-Modulleistungen (Pmax) ist auf 800 W + 20 % begrenzt, z. B. bis 960 W bei Nutzung eines Haushaltssteckers. 
  • Bei Verwendung einer geeigneten Energiesteckvorrichtung (z. B. einer Wieland-Steckdose) sind Modulleistungen von bis zu 2000 W möglich. Die Installation der Energiesteckvorrichtung darf ausschließlich durch einen Elektrofachbetrieb erfolgen. 

Der Einsatz von Energiespeichern in Verbindung mit Steckersolargeräten wird aufgrund der erhöhten Brandlast sowie der derzeitigen normativen Rahmenbedingungen für unseren Bestand nicht genehmigt.


Ablauf

Unser Ablauf für Mieter – Schritt für Schritt 

Damit wir die Sicherheit im Gebäude gewährleisten können, ist vor Installation eines Balkonkraftwerks immer unsere Zustimmung erforderlich. So läuft der Prozess ab: 

  1. Anfrage stellen – vor Kauf und Installation 
    Sie melden Ihren Installationswunsch schriftlich über das Wohnbau-Mieterportal an, bevor Sie ein Steckersolargerät kaufen oder montieren. 
    Wichtig: Installieren oder kaufen Sie Ihre Anlage erst, nachdem Sie unsere schriftliche Zustimmung erhalten haben. Zugelassen sind ausschließlich Steckersolargeräte, die der Produktnorm DIN VDE V 0126-95 entsprechen und für den Einsatz an Ihrem Balkon geeignet sind. So vermeiden Sie unnötige Kosten, falls ein Gerät ungeeignet ist oder sich die Installation aus baulichen oder sicherheitstechnischen Gründen nicht durchführen lässt. 
  2. Unterlagen übermitteln 
    Sie senden uns die vollständigen Unterlagen zu Ihrem geplanten Balkonkraftwerk (siehe Checkliste), einschließlich der Herstellerdokumentation. Dazu gehören insbesondere Datenblätter, die Konformitätserklärung zur Produktnorm DIN VDE V 0126-95, Montage- und Bedienungsanleitung sowie Angaben zum Steckersystem und zum Montagesystem. Zusätzlich benötigen wir eine Skizze der geplanten Installation. 
  3. Vorprüfung durch uns 
    Wir prüfen, ob: 
    1. die Leistungs-, Einspeise- und PV-Generatorgrenzen gemäß DIN VDE V 0126-95 (max. 800 VA, 3,5 A AC und max. 960 Wp DC) eingehalten werden, 
    2. der vorgesehene Endstromkreis geeignet ist (u. a. nach DIN VDE 0100, DIN VDE V 0100-551-1 sowie den Anforderungen der VDE-AR-N 4105), 
    3. Montageart und Montagesystem für Balkon oder Terrasse zulässig sind und der bauliche Zustand des Balkons eine Installation erlaubt, 
    4. keine öffentlich-rechtlichen Vorgaben (z. B. Denkmalschutz, Milieuschutz, Brandschutzauflagen) der Installation entgegenstehen, 
    5. das Steckersolargerät gemäß DIN VDE V 0126-95 zertifiziert ist. 
  4. Freigabe & Installation 
    Nach schriftlicher Freigabe darf das Gerät entsprechend der Herstellerangaben installiert werden. 
  5. Vor-Ort-Abnahme 
    Unsere Mitarbeitenden überprüfen vor Ort, ob das freigegebene normgerechte Produkt verbaut wurde, ob Montagesystem, Leitungsverlegung, Steckverbindung und RCD-Anforderungen eingehalten sind. 
  6. Betrieb & regelmäßige Kontrolle 
    Sie betreiben das Gerät gemäß Betriebsanleitung und führen mindestens einmal jährlich eine Sichtprüfung von Befestigungen, Steckverbindungen und Paneelen durch. 

Hinweis: Die konkreten technischen und rechtlichen Bedingungen sind im Merkblatt zur Genehmigung von Balkon-PV-Anlagen zusammengefasst und Bestandteil der Genehmigung.